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Interim-Manager: Ich bin gekommen, um wieder zu gehen

Nicht nur Waren und Dienstleistungen fließen rund um die Welt, auch Interim Manager arbeiten zeitlich begrenzt für Unternehmen weltweit. Für ihr Know-how und ihre Erfahrung gibt es keine Grenzen.  

Führungskraft für ein paar Monate - so war es beim 49-jährigen Interim Manager Markus Suppinger aus Baden-Baden. Vor zwei Jahren erhielt er von der Zwiesel Kristallglas AG das Angebot, die operative Leitung der Stores zu übernehmen. Der bisherige Stelleninhaber war von Bord gegangen, ein Nachfolger war nicht in Sicht. 

Markus Suppinger unterschrieb und begann innerhalb von nur 2 Wochen mit der Arbeit. Er motivierte die 30-köpfige Belegschaft neu, erneuerte die Sortimente und verbesserte die Einkaufskonditionen. Der Umsatz stieg um über 10%. Herr Suppinger entwickelte auch ein neues Concept-Store-Konzept und eröffnete in sehr kurzer Zeit 2 neue Standorte.  

"Möchte nichts anderes mehr machen"  

Für Markus Suppinger sind "Feuerwehr-Einsätze" normal - er verdient sein Geld als Interim-Manager. Vier, sechs oder neun Monate und länger kommt er als Führungskraft auf Zeit in ein Unternehmen, um personelle Vakanzen zu überbrücken oder seine Erfahrungen einzubringen. Ist die Arbeit getan, verlässt er den Betrieb - und heuert beim nächsten an. "Ich möchte nichts anderes mehr machen", sagt er. Am liebsten arbeitet er in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz.  

Den Job für Zwiesel Kristallglas AG hat ihm ein sehr bekannter deutscher Personaldienstleister vermittelt. Zwiesel Kristallglas AG hatte die weltweit agierende ATREUS GmbH, einen Übergangsmanager zu finden. Dann ging alles schnell.  

Globale Vernetzung  

Dass Interim-Manager immer öfter in anderen Ländern tätig werden, liegt an der zunehmenden globalen Vernetzung der Wirtschaft. Auch deutsche Interim-Manager, die für einige Monate in einem Betrieb als Freiberufler mitarbeiten und dann wieder gehen, sind im Ausland gefragt. Das Geschäft der Interim Manager funktioniert in alle Richtungen. Ein österreichisches Unternehmen leiht sich einen deutschen Manager für ein Projekt zur Prozessoptimierung, ein Schweitzer Konzern hofft, mit Unterstützung eines französischen Experten erfolgreicher bei der Einführung von LEAN zu werden.  

Durchschnittlich gut 1.000,- Euro am Tag muss man für einen deutschen Top-Manager auf Zeit zahlen, wie der Arbeitskreis Interim-Management Provider errechnet hat. Dafür aber muss der Mann - oder die Frau - auch nicht eingearbeitet werden, ist sofort einsatzbereit und generiert keine Sozialkosten.  

Als Vermittler zwischen Unternehmen und Interim Manager fungieren Provider wie zum Beispiel Atreus. Während internationale Konzerne viel Manpower und Kapital einsetzen können, um ihre Auslandsaktivitäten vorzubereiten, stehe ein "eher hemdsärmeliger" Mittelständler im fremden Land oft hilflos vor sprachlichen und rechtlichen Hürden. Wer kein solides Wissen über den lokalen Markt, keine Ahnung vom nationalen Arbeitsrecht, von der Geschäfts- und Beschäftigungskultur habe, brauche eine Führungskraft, die über diese Expertise verfügt. Von der könne der Firmenchef dann auch lernen: "Für kleinere Unternehmen ist ein Interim-Manager gerade im Ausland Feuerwehrmann und Berater in Personalunion.  

Markus Suppinger

Gründer von Suppinger Management  

 

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